Die
Bartenwale
Ihren Namen haben die Bartenwale den Hornplatten im Maul zu
verdanken, die zur Nahrungsaufnahme dienen. Auch der wissenschaftliche
Name, Mysticeti, bezieht sich auf die Bartenplatten - die Vorsilbe
myst- ist die Kurzform von mystac- und bedeutet Schnurrbart.
Zu den Bartenwalen gehören die größten Vertreter
der Wale wie z.B. der Blauwal, der mit max. 33 m Länge sogar
das größte Tier der Erde ist. Bartenwale werden in
vier Familien unterteilt: Glattwale (Balaenidae), Zwergglattwale
(Neobalaenidae), Grauwale (Eschrichtiidae) und Furchenwale (Balaenopteridae).
Sehr häufig findet man noch eine grobe Unterteilung in Glatt-
und Furchenwale. Diese Unterteilung beruht aber auf einer überholten
Systematik, die Zwergglattwal und Grauwal zur Familie der Glattwale
zählt. Zwergglattwale und Grauwale wurden inzwischen jedoch
als eigenständige systematische Familien anerkannt.
Die wichtigsten Merkmale der Bartenwale sind in der Abbildung
aufgeführt. Am bezeichnendsten ist wohl das zum Seihapparat
umfunktionierte Maul mit den sogenannten Barten bzw. Bartenplatten.
Diese Bartenplatten haben auf der Innenseite ausgefranste Säume
zum Filtern der Nahrung.
Das Rostrum der Bartenwale ist verhältnismäßig
schmal und wird vom breiteren Unterkiefer umschlossen. Der Kopf
ist von oben betrachtet symmetrisch und man kann deutlich das
paarige Blasloch erkennen, d.h. es sind zwei Öffnungen
sichtbar. Die Finne der Bartenwale ist verhältnismäßig
klein (z.B. beim Blauwal). Einige Walarten besitzen gar keine
Finne und haben entweder einen glatten Rumpf (z.B. Grönlandwal)
oder einen Buckelkamm (z.B. Grauwal). Die in der Abbildung dargestellten
Furchen kommen nur bei den Furchenwalen vor und sind ein Merkmal
ihrer Ernährungsweise.
Bartenwale ernähren sich hauptsächlich von kleinen Krebstieren,
die auch als Krill oder Zooplankton bekannt sind. Kleinere Schwarmfische
zählen ebenfalls zur Nahrung der Bartenwale. In der Art der
Nahrungsaufnahme unterscheiden sich Furchenwale, Glattwale (einschließlich
Zwergglattwale) und Grauwale allerdings.
Eine Besonderheit der Bartenwale sind die oft extrem langen
Wanderungen. Im Sommer halten sich die Wale in kalten, nährstoffreichen
Gebieten auf - den Nahrungsgründen, englisch feeding grounds.
Zur Paarung und zur Geburt und Aufzucht der Jungen ziehen die
Wale im Herbst in wärmere Regionen, die Paarungsgründen,
englisch breeding grounds. Bestimmte Arten fasten während
des Aufenthalts in den Paarungsgebieten (z.B. Buckelwale).