Der Ausbau der Volterraio-Festung bedeutete
eine erhebliche Behinderung für die Seeräuber. Die Ursprünge der
Anlage sind ungeklärt: man vermutet etruskische Fundamente unter
der heutigen Burg, römisches Geschirr wurde vor Ort gefunden, was
die These erhärten könnte. Es heißt, die sagenumwobene etruskische
Königin llva habe an dieser Stelle eine Burg errichten lassen, die
jedoch später geschleift wurde. Ebenso im Dunkeln liegt die Herkunft
des Namens "Volterraio". Geht er auf das etruskische "ful-tur"
(hoher Fels), auf das lateinische "vultur" (Geierhorst)
zurück oder bezieht er sich auf den Ort Volterra, von wo der Architekt
Vanni di Gherardo Rau stammte, der die Turmarbeiten im 13. Jahrhundert
an der Festung vornahm?
Zunächst im 13. Jahrhundert haben es die Piraten also nur mit dem
alleinstehenden Turm zu tun, der kaum einzunehmen ist, da er auf
der Spitze des 400 m hohen Berges steht, dessen Steigung im letzten
Teil etwa 40 % beträgt. Im 15. Jahrhundert sodann wird der Turm
weiter befestigt und die Anlage ausgebaut und zu einer Festung erweitert.
(Elba Spiegel 1988)